
Manche Ideen entstehen am Schreibtisch. Salon@Work gehört nicht dazu.
Am Anfang stand Frau Süds Feierabend-Salon. Einmal im Monat nehme ich dort die Biografie einer bekannten Persönlichkeit genauer unter die Lupe. Coco Chanel war bisher dabei, Karl Lagerfeld, David Bowie. Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen, Berufen und Entscheidungen.
Mich interessiert dabei weniger die klassische Erfolgsgeschichte. Viel spannender finde ich die Stellen, an denen etwas nicht nach Plan lief. Entscheidungen, die von außen vielleicht unvernünftig wirkten. Umwege. Rollen, die irgendwann nicht mehr passten. Und die Frage, was davon eigentlich mit unserem eigenen Arbeitsleben zu tun hat.
Genau an dieser Stelle wurde es interessant.
Denn im Salon ging es irgendwann längst nicht mehr nur um die Person, deren Biografie gerade auf dem Bildschirm zu sehen war. Plötzlich wurde über den eigenen Berufsalltag gesprochen. Über Veränderungen, Erwartungen im Job oder die Frage, wann es Zeit ist, etwas anders zu machen.
David Bowie zum Beispiel hat erfolgreiche Figuren beendet, obwohl er mit ihnen bequem hätte weitermachen können. Indra Nooyi (Hauptperson im September-Salon!) bewegte sich über Jahrzehnte in einer Unternehmenswelt, in der sehr unterschiedliche Erwartungen gleichzeitig an sie gestellt wurden. Bei Coco Chanel steckt hinter der bekannten Marke eine Biografie voller Brüche und Neuerfindungen.
Mithilfe solcher Geschichten lässt sich erstaunlich gut über Arbeit sprechen.
Vielleicht gerade deshalb, weil man nicht sofort bei sich selbst anfangen muss.
Die Biografie steht zunächst zwischen den Menschen im Raum. Man kann über Bowies Entscheidungen sprechen, über Nooyis Karriere oder über Lagerfelds Arbeitsweise. Und irgendwann landet das Gespräch fast automatisch bei der eigenen Organisation, beim eigenen Team oder bei einer Situation, die gerade beschäftigt.
Da dachte ich irgendwann: Warum findet dieses Gespräch eigentlich nur nach Feierabend statt?
Unternehmen beschäftigen sich schließlich ständig mit Fragen, bei denen genau dieser Perspektivwechsel hilfreich sein kann. Zusammenarbeit verändert sich. KI verändert Aufgaben. Menschen wechseln Rollen oder verlieren vertraute Sicherheiten. Gleichzeitig gibt es schon sehr viele Präsentationen, Workshops und Lernplattformen.
Was häufig fehlt, ist ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Damit war die Idee für Salon@Work da.
Ich habe den Grundgedanken des Feierabend-Salons in die Arbeitswelt übertragen: Eine bekannte Biografie dient als Ausgangspunkt. Ich erzähle ausgewählte Stationen und Entscheidungen aus diesem Leben und verbinde sie mit einem Thema, das im Unternehmen gerade relevant ist. Danach wird daraus ein Gespräch.
Das kann online stattfinden oder vor Ort. Es kann um Veränderung gehen, um Führung, Zusammenarbeit oder berufliche Rollen. Die Persönlichkeit wähle ich passend zum Anlass aus.
Salon@Work ist damit auch ein Gegenentwurf zu der Vorstellung, dass jedes Thema im Unternehmen sofort eine Methode, ein Modell oder zwanzig PowerPoint-Folien braucht.
Manchmal reicht eine wirklich gute Geschichte, damit Menschen anfangen, miteinander zu reden.
Und ziemlich genau so ist Salon@Work entstanden: aus der Beobachtung, dass Biografien nicht nur interessant sind. Sie sind hervorragende Gesprächspartner für den Berufsalltag.
Mehr zu Salon@Work finden Sie hier: Salon@Work
Im September dreht sich Frau Süds Feierabend-Salon um Indra Nooyi
Ihre Karriere führte sie bis an die Spitze von PepsiCo und mitten hinein in Fragen, die im Berufsleben erstaunlich aktuell geblieben sind:
Wie geht man mit widersprüchlichen Erwartungen um? Wie trifft man Entscheidungen, wenn es keine perfekte Lösung gibt?
Wer Lust auf eine ungewöhnliche Biografie und ein gutes Gespräch über den eigenen Arbeitsalltag hat, sollte unbedingt dabei sein.