Ich vermute, dass Sie das auch schon mal erlebt haben:

Sie arbeiten tagelang an einem neuen Konzept, haben schon richtig viel geschafft. Und dann kommt eine Mail und plötzlich heißt es: „Wir machen das jetzt doch anders, überlegt nochmal in eine andere Richtung.“ Ohne weitere Erklärung. Ohne klare Vorgabe, was jetzt eigentlich anders laufen soll.

Und Sie sitzen da und denken: Okay… und jetzt?

Diese Situationen sind im Konzern- oder Behördenalltag keine Ausnahme. Sie gehören fast schon zur Grundausstattung. Was sie so anstrengend macht, ist weniger der Richtungswechsel an sich, sondern die fehlende Einordnung. Es wirkt schnell so, als würde Ihre Arbeit entwertet oder als hätte jemand aus dem Bauch heraus entschieden.

In der Praxis liegen die Gründe selten auf der fachlichen Ebene. Entscheidungen entstehen oft aus veränderten Prioritäten, Abstimmungen im Hintergrund oder schlicht daraus, dass sich Machtverhältnisse verschieben. Das Ergebnis landet bei Ihnen, ohne dass der Weg dorthin sichtbar ist.

Wenn Sie diese Dynamik nicht einordnen können, passiert fast automatisch das Falsche: Sie arbeiten einfach weiter. Sie versuchen, möglichst schnell eine neue Lösung zu liefern. Und laufen damit Gefahr, erneut an dem vorbeizuarbeiten, was gerade tatsächlich gebraucht wird.

Der entscheidende Schritt liegt davor. Bevor Sie neu loslegen, braucht es Klärung:

  • Wer hat die Richtung verändert und aus welchem Kontext heraus?
  • Was ist jetzt der eigentliche Fokus?
  • Welche Parameter haben sich verschoben und welche sind gleich geblieben?

Solche Fragen wirken banal, sind im Alltag aber oft der Unterschied zwischen zielloser Mehrarbeit und sauber ausgerichteter Arbeit. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Sie Ihre fachliche Stärke überhaupt wirksam einsetzen können.

Damit verändert sich auch Ihr Umgang mit solchen Situationen. Der Anspruch verschiebt sich weg davon, Richtungswechsel verhindern zu wollen. Stattdessen geht es darum, schneller zu verstehen, was im Hintergrund gerade passiert, und die eigene Arbeit daran auszurichten.

Das reduziert unnötige Schleifen und nimmt Druck raus. Vor allem aber behalten Sie eher das Gefühl, handlungsfähig zu sein, statt nur auf neue Vorgaben zu reagieren.

Schreiben Sie mir gern in die Kommentare, ob Sie diese Situation kennen und falls ja, wie Sie damit umgehen.


Bild von 
Rama Krishna Karumanchi von Pixabay

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